von Barbara Wimmer, Heilpraktikerin

Akupunktur ist eine über 2000 Jahre alte Erfahrungsmedizin. Bei diversen Erkrankungen konnte schon von erstaunlichen Erfolgen berichtet werden. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien. Die WHO hat eine Indikationsliste veröffentlicht.

Das Wort „Akupunktur“ setzt sich zusammen aus acus = spitz und pingere = stechen.

Die Akupunktur ist Teil der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM). Durch das Setzen von Nadeln auf den Akupunkturpunkten soll der gestörte Energiefluss im Organismus wieder normalisiert werden.

Andere Behandlungsmaßnahmen der TCM sind die Ernährungsmedizin (therapeutischer Einsatz von Kräutern; typgerechte Ernährung nach der 5-Elementen-Lehre), Qi-Gong (Übungen zur Anregung der Lebensenergie); Moxibustion (Erwärmen von Akupunkturpunkten mit getrockneten Beifußblättern).

Sonderformen der Akupunktur:

  • Akupressur, Klopfakupressur
  • Ohrakupunktur
  • Handakupunktur
  • Bauchakupunktur
  • Schädelakupunktur
  • Augenakupunktur
  • Elektroakupunktur nach Voll (EAV)

Die Wirkung der Akupunktur
In der chinesischen Vorstellung gibt es eine Lebensenergie „Qi“ (übersetzt „Dampf und Reis“, zeigt die Bedeutung des Atems und der Nahrungsmittel). Qi ist eine allem Lebendigen innewohnende Lebenskraft.

Lebensenergie, die zwischen Materie und Energie anzuordnen ist findet man auch in anderen Heilsystemen. Im Ayurveda ist es das „Prana“, in der Homöopathie die „Lebenskraft“, um zwei Beispiele zu nennen.

Die Lebensenergie „Qi“ fließt in Bahnen, die verglichen mit dem Meridiansystem der Erde „Meridiane“ genannt wurden.

Es gibt, vereinfacht dargestellt, 12 paarige Meridiane und zwei unpaare außerordentliche Meridiane auf denen an die 400 Akupunkturpunkte liegen.

Im Krankheitsfall kommt es durch eine Störung im Fließen des „Qi“ zu Beschwerden. Durch Akupunktieren kann der aus dem Takt geratene Energiefluss behutsam reguliert werden. Jeder der gestochenen Punkte steht mit einem Organ oder einem Organkreis in Verbindung. Die Reizung der Punkte auf der bzw. leicht unter der Haut und ihre Reaktion im Körper wird als Reflexwirkung der Akupunktur bezeichnet. Die Selbstheilung kann angeregt werden.

Diagnostik
Die vom Patienten geschilderten Symptome weisen darauf hin, wie und wo der Fluss der Lebensenergie gestört ist.

Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch wird neben den bekannten Untersuchungsmöglichkeiten die Diagnostik erweitert durch die der TCM typischen Diagnosekriterien. Das sind u.a. die Zungen- und Pulsdiagnose, die Beurteilung des Kälte- und Wärmeempfinden, Yin- und Yang-Qualität. (Yin steht für das weibliche und Yang für das männliche Prinzip, das jeder Mensch in sich trägt; es gibt Yin- und Yang-Meridiane.) Dies erweitert die Möglichkeiten der Therapie und lässt einen breiten Blick auf die Beschwerden des Patienten zu.

Akupunkturbehandlung
Im Durchschnitt werden 1 – 2 Akupunkturbehandlungen pro Woche durchgeführt. Je nach Behandlungsverlauf und Schwere der Erkrankung gibt es eine oder mehrere Serien von 10- 12 Behandlungen.

Die Mitarbeit des Patienten und die Beratung über begleitende Maßnahmen (z.B. Ernährung) tragen entscheidend zum Gelingen der Behandlung bei.

Während und durch die Behandlung können u.a. Linderung von Schmerzen und Entspannung erreicht werden. Das wird u.a. durch die Freisetzung von körpereigenen Substanzen (Endorphine und Nerven-Überträgersubstanzen zur Entspannung und Schmerzlinderung; Freisetzung von Wachstumshormon zur Regeneration im Gewebe…) bewirkt.

Beispiele für (akute und chronische) Beschwerden, die mit Akupunktur behandelt werden:

  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems (Schmerzen an Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Arthrose, Karpaltunnelsyndrom…)
  • Schmerzen des Kau- und Zahnsystems
  • Neurologische Krankheiten (Kopfschmerz, Migräne, Interkostalneuralgie, Schlaganfall…)
  • Herz-Kreislauferkrankungen (Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen…)
  • Erkrankungen des Verdauungssystems (Übelkeit- auch in der Schwangerschaft, Gastritis, Verstopfung, Durchfall…)
  • Psychische und psychosomatische Erkrankungen (Schlafstörungen, Ängste, Suchterkrankungen…)
  • Erkrankungen der Atemwege (Asthma, Heuschnupfen, häufige Erkältungen…)
  • Gynäkologische Erkrankungen (Unfruchtbarkeit, Geburtshilfe, Menstruationsbeschwerden…)
  • Urologische Erkrankungen (Prostatitis, Harnwegsinfekte…)
  • HNO- Krankheiten (Hörsturz, Nasennebenhöhlenentzündung…)
  • Augenkrankheiten (Konjunktivitis…)
  • Hauterkrankung (Akne, Herpes, Neurodermitis…)
  • Sonstiges (Begleittherapie bei Tumorerkrankungen, Förderung der Wundheilung…)

Foto: privat