Die Autoren

Nico­le Bre­dy

Nico­le Bre­dy ist Heil­prak­ti­ke­rin für Psy­cho­the­ra­pie und Lebens­be­ra­ten­de Kine­sio­lo­gin.


Dr. med. Wer­ner Klin­gel­höf­fer

Dr. med. Wer­ner Klin­gel­höf­fer ist Fach­arzt für Sport­or­tho­pä­die und Sport­ki­ne­sio­lo­gie.

Kon­takt:
Insti­tut & Cam­pus für sport­ki­ne­sio­lo­gi­sche Trai­nings­me­tho­den
Bad Tölz
info@kinsporth.de

Die Verschiebung der Genialität aus kinesiologischer Sicht

Dr. med. Wer­ner Klin­gel­höf­fer und Nico­le Bre­dy

Jeder zwei­te Schü­ler hat bereits Stress­sym­pto­me, so eine Stu­die der DAK. Die Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit-Hyper­ak­ti­vi­täts­stö­rung (auch ADHS genannt) nimmt ste­tig zu, wobei hier ver­mut­lich auch Stress­sym­pto­me ein­ge­glie­dert wer­den müs­sen. Vie­le Eltern sor­gen sich schon bei der Geburt des Kin­des, ob die wohn­li­che Infra­struk­tur bei Schul­be­ginn wohl aus­reicht, um eine opti­ma­le Schul­bil­dung für das Kind anzu­bie­ten.


Müt­ter, die mei­nen ihr Kind drei Jah­re lang selbst betreu­en zu kön­nen, wer­den als rück­schritt­lich bezeich­net, denn ein Kind muss heut­zu­ta­ge ab dem ers­ten Lebens­jahr in eine öffent­li­che Ein­rich­tung gege­ben wer­den (KITA), und mit spä­tes­tens drei Jah­ren eine Fremd­spra­che ler­nen. Als Sport­or­tho­pä­de und Sport­ki­ne­sio­lo­ge sehe ich die­se Kin­der (und auch deren Eltern), und sehe wie hoch der Anspruch an sie ist und wel­che Fol­gen das hat. Dies kann bis zu einem Bur­nout und schließ­lich zu einer Depres­si­on im jun­gen Erwach­se­nen­al­ter füh­ren.

Vor allem men­ta­le Stres­so­ren (sie­he Abb. 1) ver­weh­ren den Weg zum Ziel. Psy­cho­lo­gen und Medi­zi­ner spre­chen hier von einer Ver­min­de­rung der Resi­li­enz, Sport­ki­ne­sio­lo­gen ver­bes­sern die­se Resi­li­enz über die Mus­kel- und Bewe­gungs­schie­ne.

Aus kine­sio­lo­gi­scher Sicht ist dies alles gut erklär­bar, nur das Ver­ständ­nis hier­für fehlt oft bei Schu­len und Sport­ver­ei­nen. Wir haben aber damit begon­nen, vor allem in Grund­schu­len, gezielt dar­über zu spre­chen und den Leh­rern mit ein­fa­chen Übun­gen zu zei­gen, wie ein Unter­richt druck­frei­er statt­fin­den kann. Wie hoch das Inter­es­se dafür ist, zei­gen die Nach­fra­gen mitt­ler­wei­le von ande­ren Schu­len und Leh­rern. Denn sie haben sich tag­täg­lich mit die­sem Anspruchs­den­ken aus­ein­an­der zu set­zen.

Zu hohe Leis­tungs­an­for­de­run­gen und ihre Fol­gen

Die Genia­li­tät wird erklärt als unkon­ven­tio­nel­les Den­ken, wel­ches aus der eige­nen Krea­ti­vi­tät ent­steht. Sie ist mit dem Ein­falls­reich­tum, Talent, Gabe und Genie aus per­sön­li­chen Res­sour­cen beschrie­ben. Wir ken­nen aus der Kine­sio­lo­gie die ana­ly­ti­sche und die emotional/soziale Intel­li­genz. Vir­tu­ell als Denk­mo­dell sehen wir sie in der lin­ken und rech­ten Gehirn­hälf­te. Die­se Kennt­nis ver­bin­den wir mit der chi­ne­si­schen Medi­zin (wie Touch for Health und Hyper­ton Xun­ter ande­rem ein Grund­stein der Sport­ki­ne­sio­lo­gie Kin­sporth®) und rekru­tie­ren den Shen­zy­klus mit sei­nen Ele­men­te-bezo­ge­nen Lebens­al­tern, sie­he Abb. 2, rechts. Wir kom­men im Holz­ele­ment auf die Welt, wach­sen und gedei­hen, im Feu­er sind wir in der Puber­tät, das Erwach­se­nen­al­ter ist im Erde­ele­ment, gehen dann mit ca. 45 Jah­ren in das Metall­ele­ment um schließ­lich im Alter einen Platz im Was­ser­ele­ment zu fin­den. Die­ser Was­ser­quell ernährt dann wie­der das Holz. Das ist der Shen-Lebens­lauf.

Zu jedem Ele­ment passt aber auch die Prä­senz­ver­tei­lung der ana­ly­ti­schen und emo­tio­na­len Intel­li­genz. So reagiert ein Baby allein aus sei­nen Gefüh­len her­aus. Es ist ihm völ­lig egal, ob sein Ver­hal­ten gera­de „gesell­schafts­fä­hig“ ist. Der Jugend­li­che (Feu­er­ele­ment) muss schon eher funk­tio­nie­ren, sei­ne Syn­ap­sen zwi­schen bei­den Gehirn­hälf­ten wer­den die­ser Zeit enorm umge­baut (Abbau von 30.000/ pro sec), er ver­mei­det die­se Bau­stel­le und arbei­tet über das emo­tio­na­le Zen­trum, dem Man­del­kern (Amyg­da­la). Im Erde­ele­ment grün­det man eine Fami­lie, wird sess­haft und sorgt sich um eine beruf­li­che Fes­ti­gung. Hier hal­ten sich bei­de Intel­li­gen­zen die Waa­ge. Der beruf­li­che Stress nimmt zu, Erfolgs­druck und der Wunsch nach Kar­rie­re nimmt zu, wir befin­den uns im Metall­ele­ment. Hier kommt es übri­gens am ehes­tens zum Bur­nout. Im Was­ser­ele­ment kön­nen wir uns wie­der mehr Emo­tio­na­li­tät leis­ten. Lei­der neh­men wir das häu­fig nega­tiv wahr, weil wir immer dünn­häu­ti­ger wer­den.

Alles das sind natür­lich flie­ßen­de Über­gän­ge und sind sicher nicht auf genaue Lebens­al­ter fest zu machen.

Nur, wir Erwach­se­ne sind es, die die­sen Ver­lauf bei unse­ren Kin­dern ver­schie­ben. Lei­der auch aus gesell­schaft­li­chen Druck. Wir ver­schie­ben bewusst mit Leis­tungs­an­for­de­run­gen das Metall- und Erde­ele­ment nach links, so dass wir ein emo­tio­na­les Leben gera­de noch ein Jahr erlaubt ist, danach muss sich das Kind schon mit ande­ren aus­ein­an­der­set­zen, auf müt­ter­li­che Lie­be ver­zich­ten und sich die­ser Welt stel­len. Auch die Müt­ter kon­kur­rie­ren unter­ein­an­der – mein Kind kann schon das und jenes (sie­he Abb. 3). Fast zur Nor­ma­li­tät wird es, Osteo­pa­thie durch­füh­ren zu las­sen. Nicht weil dem Kind etwas fehlt, son­dern die Angst, die Ent­wick­lung geht nicht schnell genug. So wer­den die­se The­ra­pien, die an sich gut sind, zur Belie­big­keit. Viel­leicht soll­ten wir öfters dar­an den­ken, dass wir es mit Indi­vi­du­en zu tun haben und die­sen müs­sen wir gerecht wer­den. Hier sehen wir den Ein­satz der Kine­sio­lo­gen, Emo­tio­na­li­tät und Acht­sam­keit zu ver­mit­teln.

Wir wis­sen, dass die Genia­li­tät im Vor­schul­al­ter noch bei ca. 98 Pro­zent liegt. Danach nimmt sie rasant ab. Genia­li­tät gehört zur emo­tio­nal-sozia­len Intel­li­genz. Mit erhöh­ten Anspruchs­den­ken durch die ana­ly­ti­sche Intel­li­genz rau­ben wir den Kin­dern viel von der rech­ten Gehirn­hälf­te. Wen wun­dert es dann, wenn die Anzahl der jun­gen Erwach­se­nen sich in der eige­nen Per­son nicht mehr wie­der­fin­den, der Bur­nout und die Depres­si­on immer frü­her kommt und immer mehr Erwach­se­ne am Leben schei­tern.

Fazit

Wir müs­sen alles dafür tun, unse­re Kin­der nicht unter Zeit­druck und Über­or­ga­ni­sa­ti­on zu pres­sen, son­dern sie spie­le­risch ent­wi­ckeln las­sen, mög­lichst in Grup­pen und nicht ein­zeln. Respekt und Wert­schät­zung gegen­über ande­ren gehört auch zur emo­tio­na­len Hälf­te. Wir Sport­ki­ne­sio­lo­gen machen das mitt­ler­wei­le mit viel Erfolg.

Kin­sporth®-Trai­ner kön­nen ein Trai­ning bie­ten, wel­ches von spie­le­risch bis kör­per­lich for­dernd ist, je nach Teil­neh­mer. Über die­ses kör­per­li­che Bewe­gungs­trai­ning kommt es zur ver­bes­ser­ten Brü­cken­bil­dung zwi­schen bei­den Gehirn­hälf­ten und damit zu einer ver­bes­ser­ten „Abfe­de­rung“ bei Über­for­de­rung der lin­ken Hälf­te, das heißt wir erhö­hen die Resi­li­enz.

Sport­ki­ne­sio­lo­gen wis­sen, dass sie die Gesell­schaft und ihr Erfolgs- und Kar­rie­re­den­ken nicht ändern kön­nen, aber sie haben die Mög­lich­kei­ten, Fehl­ent­wick­lun­gen zu kor­ri­gie­ren. Ihr Ziel ist viel­mehr, die Genia­li­tät so lan­ge wie mög­lich prä­sent zu hal­ten, damit sich jeder Mensch sein Leben nach sei­nen Mög­lich­kei­ten ein­rich­ten kann.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen unter: www.kinsporth.de

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